Ein weiterer Beitrag zur Wertschätzung unserer Soldaten und Veteranen

06.05.2026

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Wochen feiern wir den 3. Nationalen Veteranentag und zum zweiten Mal
richten Landtag und Landesregierung einen gemeinsamen Festtag aus, der Ausdruck
unserer Wertschätzung gegenüber allen Soldaten der Bundeswehr ist, die in unseren
Streitkräften dienen oder gedient haben.

Die Feierlichkeiten in Kiel im vergangenen Jahr haben in der Bundeswehr, bei
Soldaten, Veteranen und deren Organisationen ein großes positives Echo ausgelöst.
Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, unserer Landtagspräsidentin als auch
unserem Ministerpräsidenten für dieses wichtige Zeichen von Wertschätzung und
Anerkennung gegenüber den Soldatinnen und Soldaten zu danken.

Der Veteranentag soll all jener gedenken, die im Dienst für unser Land ein hohes Maß
an Mut, Pflichtbewusstsein und Einsatzbereitschaft gezeigt haben und weiterhin
zeigen. Der Dienst in unseren Streitkräften verdient unsere ehrliche Anerkennung,
unseren Respekt und unsere Unterstützung ­ heute und jeden Tag.

Der Veteranentag ist aber auch deutliches Zeichen einer veränderten Kultur der
Wertschätzung gegenüber der Bundeswehr und ihren Angehörigen. In der
Vergangenheit war der Umgang mit der Bundeswehr teils durch Unverständnis, Kritik
oder gar Ablehnung geprägt. Ich erinnere an den verschämten Umgang der Politik mit
dem Einsatz in Afghanistan, der durch die Politik und deren Kommunikation im
öffentlichen Bewusstsein eher als Einsatz eines bewaffneten THWs wahrgenommen
wurde und nicht das genannt wurde, was er war: ein Einsatz mit Gefahr für Leib und
Leben. Erst durch den Anschlag auf einen Bus der Bundeswehr 2003 und das
Gefecht am Karfreitag 2010 ist der deutschen Öffentlichkeit klar geworden, was die
Bundeswehr in Afghanistan macht: Um mit den Worten des ehemaligen
Verteidigungsministers Peter Struck zu sprechen: Sie verteidigte am Hindukusch auch
unsere Sicherheit.

Ein weiteres Beispiel will ich gerne nennen: Erinnern Sie sich noch an die
Demonstrationen gegen das öffentliche Gelöbnis der Bundeswehr im August 1998 in
Kiel? Damals riefen linke Protestgruppen und Störer zu Demonstrationen und
Aktionen gegen die vermeintliche Militarisierung des öffentlichen Raums auf.

Wir erkennen heute mit Dankbarkeit und Klarheit: Die Zeit, in der schlecht über die
Bundeswehr und die Soldatinnen und Soldaten gesprochen wurde, ist vorbei. Wenn
wir aber heute über den Veteranentag und unsere Verantwortung gegenüber den
Soldaten der Bundeswehr sprechen, darf ein Kapitel nicht unerwähnt bleiben:

Viele ehemalige Soldaten sind verwundet worden, nicht körperlich, sondern seelisch.
Sie trugen ihre Erfahrungen aus den Einsätzen nach Hause und wurden krank; sie
litten unter den Erlebnissen oder leiden noch heute. Die Bundeswehr geht davon aus,
dass etwa 13.000 Soldaten eine PTBS, post-traumatische Belastungsstörung,
entwickelt haben. Bei den meisten Soldaten wird die PTBS erst nach der Dienstzeit
diagnostiziert. Immer wieder berichten Soldaten vom mühevollen Kampf innerhalb der
Bundeswehr für Entschädigungen.

Meine Damen und Herren, das darf eigentlich nicht sein. Wir schulden den Soldaten
die bestmögliche Behandlung. Ich denke, dass wir uns alle dafür einsetzen sollten,
dass unseren Soldaten eine gute medizinische Versorgung und auch entsprechende
Therapien erhalten. Ich weiß, dass die Bundesregierungen für Verbesserungen
gesorgt haben. Aber der Prozess ist noch nicht abgeschlossen und ich empfehle uns,
gemeinsam eine entsprechende Initiative zu starten.

Die Bundeswehr ist eine zentrale Säule unserer Sicherheit, unserer Freiheit und
unserer europäischen Verantwortung. Sie steht für Professionalität, Disziplin und
Teamgeist. Wir schätzen das Engagement der Soldatinnen und Soldaten, ihrer
Familien und der Zivilbeschäftigten, die oft unter persönlichen Opfern arbeiten, um
uns alle zu schützen. Ihre Einsatzbereitschaft schafft Sicherheit, Stabilität und
Vertrauen ­ bei uns in Deutschland und gemeinsam mit unseren Verbündeten in
Europa und der Welt.

In Schleswig-Holstein verbindet uns eine lange Tradition der starken
Bundeswehrpartnerschaften. Die CDU begrüßt die Zusammenarbeit zwischen Land,
Standortgemeinden der Bundeswehr, ihren Reservistenorganisationen,
Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Das fördert ein positives
Umfeld bei uns im Land und darauf können wir alle stolz sein.

Unser Land verdient es, bei einem Angriff verteidigt zu werden. Die demokratische
Grundordnung, die Freiheit, der Rechtsstaat, der Wohlstand und der Sozialstaat.
Nichts von dem ist selbstverständlich. In der langen Geschichte unseres Landes und
unseres Kontinents ist die seit 1945 und damit seit Jahrzehnten anhaltende
Friedensperiode einmalig. Dessen sollten wir uns wieder stärker bewusst sein.

Wir alle haben eine Verantwortung für die demokratischen Errungenschaften nach
1945 und 1989. Deshalb ist es auch richtig, dass die jungen Leute in unserem Land
zum Wehrdienst verpflichtet werden können und aus Sicht der CDU sollten alle
Männer und Frauen ab dem 18. Lebensjahr zu einem einjährigen Dienst verpflichtet
werden.

Und an die Verantwortung für unser Land ­ daran erinnern wir auch am Veteranentag
­in Schleswig-Holstein und in ganz Deutschland.                                                                          

Und da ist ein freier Eintritt ins Museum für Veteranen und deren Familien nur ein
kleiner Beitrag. Aber eine schöne Geste. Vielen Dank an die FDP für die Initiative, die
wir gerne unterstützen. Ich würde mich über Zustimmung aus dem ganzen Haus sehr
freuen. Und wenn noch weitere Einrichtungen mitmachen, senden wir ein gutes
Signal der Wertschätzung und Anerkennung an unsere Soldaten und alle Veteranen.

Vielen Dank.