Schulstreik gegen die Wehrpflicht ist unvernünftig und nicht nachvollziehbar

08.12.2025

Rasmus Vöge (MdL) Kreisvorsitzender der CDU Herzogtum Lauenburg erklärt anlässlich des angekündigten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht heute 

 

Um es klar zu sagen: Der angekündigte Schulstreik gegen die Wehrpflicht ist unvernünftig und nicht nachvollziehbar. Der angeschlagene Ton, man würde „in Kasernen eingesperrt werden, zu Drill und Gehorsam erzogen werden und töten lernen“ ist wirklich vollkommener Blödsinn und die unterkomplexe Herangehensweise an das Thema ist in diesen Zeiten verantwortungslos.

Beim neuen freiwilligen Wehrdienst geht es um eine verpflichtende Musterung aller jungen Männer und die Beantwortung eines Fragebogens, in dem die Bereitschaft für einen Dienst in der Bundeswehr abgefragt wird.

Wer den Wehrdienst grundsätzlich ablehnt, muss zur Kenntnis nehmen, dass wir seit dem 24.02.2022 in einer neuen Zeit leben, in der Russland den Krieg zurück nach Europa gebracht hat und den Frieden Europas durch seine anhaltende Aggression bedroht. Die Bundeswehr ist zentraler Pfeiler unserer Sicherheitsarchitektur und schützt die Freiheit und Demokratie Deutschlands und auch von denen, die gegen die Bundeswehr auf die Straße gehen wollen.

Gerade in diesen Zeiten benötigen die Bundeswehr, die Soldatinnen und Soldaten und deren Familien, die Unterstützung der Gesellschaft und verdienen unsere Solidarität. Ausgerechnet jetzt fallen Institutionen wie die GEW, die Linkspartei, das BSW und irgendwelche obskuren Initiativen unseren Streitkräften in den Rücken. Das ist verantwortungslos.

Ich appelliere an die Schülerinnen und Schüler, sich mit dem Thema Sicherheit und Verteidigung Europas ernsthaft auseinanderzusetzen und sich nicht als 5. Kolonne Moskaus missbrauchen zu lassen. Fallen Sie nicht auf die russischen Methoden der Zersetzung herein.

Gemeinsam müssen wir der neuen Realität in Europa ins Auge schauen. In der Ukraine sterben täglich Kinder und Jugendliche durch russische Angriffe auf Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser, Familien werden getrennt und viele Kinder und Jugendliche verlieren ihre Väter im Krieg, den ihnen Russland aufgezwungen hat. Kiew ist von Berlin genauso weit entfernt wie Rom. Der Krieg ist nicht weit weg, sondern findet mitten in Europa statt.

Die Politik der Abschreckung hat im Kalten Krieg von 1945 bis 1989 den Frieden in Europa bewahrt. Wir müssen uns verteidigen können, um uns nicht verteidigen zu müssen. Das ist die neue Aufgabe unserer Zeit. Und dafür ist ein Mentalitätswechsel in Deutschland notwendig, den unsere Nachbarn in Skandinavien oder Osteuropa bereits vollzogen haben.

Zuletzt der Hinweis: Niemand wird zum Dienst an der Waffe gezwungen, jeder ist berechtigt, den Dienst aus Gewissensgründen zu verweigern. Leider wird dieses grundgesetzlich verbriefte Recht in der öffentlichen Argumentation des Streikaufrufs weggelassen.

Und wenn schon gegen das Militär demonstriert wird, dann hat das außerhalb der Schulzeiten zu geschehen. Wir haben schließlich immer noch eine Schulpflicht, die nicht nach dem jeweiligen politischen Gusto gebrochen werden darf. Statt also die Schule zu schwänzen, rate ich zur Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Frieden in Europa, der Geschichte der KSZE, der europäischen Nachkriegsordnung, der Bundeswehr und der NATO und der Frage, was passiert, wenn Russland in der Ukraine gewinnt.