Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir sprechen heute über die Verkehrssicherheit in unserem Land und über allem steht das Bestreben der Koalition, die Zahl der Unfälle, Verletzten und Verkehrstoten im Land weiter zu senken.
2025 ist die Anzahl der Unfälle gesunken, die Zahl der Verkehrstoten leider gestiegen, liegt allerdings immer noch unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre.
Jeder Unfall, jeder Verletzte und erst Recht jeder Verkehrstote ist einer zuviel und wir dürfen uns nicht damit abfinden.
Daher ist es gut, dass die Landesregierung jetzt die Evaluation der Verkehrssicherheitsarbeit vorgelegt hat und wir noch in dieser Wahlperiode ein Verkehrssicherheitsporgramm erarbeiten und vorlegen werden.
Meine Damen und Herren, wir führen heute eine verbundene Debatte. Deshalb will ich auch auf die Evaluation der Radstrategie Schleswig-Holstein eingehen, denn die Ergebnisse zeigen deutlich: Es ist in den vergangenen Jahren vieles erreicht worden, aber es bleibt auch weiterhin viel zu tun.
Wir sind 2020 mit ehrgeizigen Zielen gestartet und wir haben ordentlich „in die Pedale getreten“.
Die Ziele waren klar definiert:
Wir wollten mehr Menschen für das Fahrrad begeistern, die Unfallzahlen kontinuierlich senken und Schleswig-Holstein zu einem der führenden Radverkehrs- und Radtourismusländer Deutschlands machen.
Und ich finde, man kann heute durchaus feststellen: Wir sind ein gutes Stück vorangekommen.
Es wurde ein landesweites Radverkehrsnetz etabliert. Beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein gibt es inzwischen eine eigene Stabstelle Radverkehr. Qualitätsstandards für den Radtourismus wurden entwickelt, das Handbuch „Radverkehrswegweisung Schleswig-Holstein“ wurde veröffentlicht und zahlreiche weitere Maßnahmen wurden umgesetzt.
Und ja, meine Damen und Herren, dazu gehört auch das Thema Wurzelaufbrüche auf Radwegen.
Mancher mag darüber lachen oder das für nebensächlich halten. Aber wer regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiß, dass genau solche Dinge für die Menschen im Alltag entscheidend sind. Wenn wir wollen, dass mehr Menschen sicher Fahrrad fahren, dann müssen wir uns auch um den Zustand der Radwege kümmern. Deshalb ist es richtig, dass sich die Landesregierung dieses Themas annimmt.
Ich selbst bin übrigens gerne mit dem Fahrrad unterwegs, vielleicht nicht ganz so schnell wie unser Minister, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, worauf es den Menschen ankommt.
Sehr geehrte Damen und Herren, die Fortschritte sind sichtbar:
Durchschnittlich wurden in den vergangenen Jahren jährlich rund 85 Kilometer Radwege an Landes- und Bundesstraßen saniert.
71 Prozent der Urlaubsgäste in Schleswig-Holstein nutzten 2024 während ihres Aufenthalts das Fahrrad. Das zeigt auch die Bedeutung des Fahrradtourismus für unser Land.
Besonders erfreulich ist aber ein anderer Punkt: 44 Prozent aller Wege zur Schule, zur Ausbildung oder zur Universität wurden in Schleswig-Holstein mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung.
Hinzu kommt: 220 Kommunen – darunter sämtliche Kreise – sind inzwischen Mitglied bei Rad.SH.
Und insgesamt wurden rund 170 Millionen Euro in den Radverkehr investiert. Außerdem haben wir landesweit mehr als 7.000 Fahrradbügel und 130 Safe-Service-Stationen gefördert.
Natürlich wird der eine oder andere sagen, das reiche noch nicht aus. Aber wenn man betrachtet, von welchem Ausgangspunkt wir gekommen sind, dann ist in den vergangenen fünf Jahren wirklich viel erreicht worden.
Die Evaluation zeigt allerdings auch: Nicht alle Ziele werden wir bis 2030 erreichen.
Aber genau dafür sind Evaluationen da. Sie zeigen uns, wo wir erfolgreich sind und wo wir unsere Anstrengungen verstärken müssen.
Denn eines ist auch klar: Die Unfallzahlen im Radverkehr haben zuletzt leider wieder leicht zugenommen. Deshalb müssen wir weiter daran arbeiten, den Radverkehr in Schleswig-Holstein sicherer und attraktiver zu machen.
Für uns bleibt klar: Der Radverkehr ist ein zentraler Bestandteil moderner Mobilitätspolitik in Schleswig-Holstein.
Deshalb ist es gut und richtig, dass wir heute über die Ergebnisse der Evaluation diskutieren und die Debatte auch im Ausschuss weiterführen werden.
Vielen Dank.

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